Freitag, 11. November 2011

10. Andacht aus dem Krankenhaus


Andacht zur Losung am 11.11.2011

Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist. Hesekiel 36,26

Das ist ein Wort im Krankenhaus. Neues Herz? OK, aber ein neuer Geist? Kann man den auch schon austauschen? So einfach ist das wohl nicht. Bei mir wird ja im Moment das Knochenmark „getauscht“. Das ist keine angenehme Prozedur, aber es soll ja helfen, in Zukunft, oder zumindest für längere Zeit vom Krebs geheilt zu sein. Ja, Organe können wir austauschen. Einen kranken Geist können wir vielleicht reparieren. Doch was in unserem Vers beschrieben ist, können wir nicht tun.

Gemeint sind natürlich nicht unsere inneren Organe, sondern das innerste unseres Menschseins. Das Herz ist im biblischen Sprachgebrauch der innere Kern unserer Persönlichkeit. Hier werden Entscheidungen getroffen, hier zeigt sich der wahre Charakter eines Menschen. Hier kommen alle Sehnsucht und Angst auf den Punkt. Herz und Geist, das bist du. Dazu gehört auch noch der Leib, aber wie oben schon gesagt, der ist hier nicht das Thema.

Unser Geist hilft uns nach außen zu kommunizieren. Über den Geist spricht Gott zu uns. Ich finde das wichtig, diesen Teil nicht nur im Gefühl abzulegen. Gottes Geist und unser Geist, dass passt zusammen und deshalb ist der Glaube nicht ohne Verstand. Doch Geist ist ja mehr. Das zeigen solche Begriffe wie Begeisterung und geistreich.

Und das alles soll erneuert werden? Warum? Weil wir geistlich einen Schaden haben, der wirklich ernst ist. Manchmal wird das Erbsünde genannt. Viel Schindluder ist mit diesem Wort getrieben worden. Denn, wenn ich es richtig verstehe, ist das keine moralische Kategorie. In einem Bremer Parkhaus verschönern die 7 Todsünden das Treppenhaus. Diese Sünden sind jedoch höchstens die Folge der „Krankheit“ und nicht die Ursache. Unser Schaden liegt im Misstrauen Gott gegenüber. Das „sollte Gott gesagt haben“ und „ihr werdet sein wie Gott“, drückt es aus. Unsere Krankheit heißt Misstrauen. Sollte Gott es wirklich gut mit mir meinen. Ich weiß am besten, was gut für mich ist.

Dieses Misstrauen möchte Gott erneuern durch Vertrauen. Neuer Geist und neues Herz. Unser Glaube wird möglich durch Gottes „Operation“. Wir dürfen Gott seine Liebe glauben. Wer darum bittet, wird es erleben. Etwas Neues bricht sich Bahn. Eine neue Ausrichtung, die dann hoffentlich auch unser Handeln und unsere Moral ergreift. Lass dich heilen.

Euer Henning

Bremen, im November 2011

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