Andacht zur Losung am 10.
November 2011
Seid nicht verbohrt; sondern
begreift, was der Herr von euch will!
Das eine ist was man will, das andere, was man tut. Auch
Paulus kennt diesen Zwiespalt. Das kommt zwar nicht immer so zum Ausdruck, wenn
er die Epheser darauf hinweist, ein „gottgefälliges Leben“ zu führen. Aber ich
höre es immer mit. Wohl auch, weil es mir doch ganz genau so geht. Ich weiß,
was gut ist, oft genug tue ich es aber nicht. Das Gegenteil tue ich. Das ist
kein „fishing for komplements“, sondern ein Leiden, was mich mein Leben lang
begleiten wird. Nun bin ich mir durchaus bewusst, das andere darüber lachen.
Warum sollte ich nicht alles zu meinem Vorteil dienen lassen? Warum sich nicht
gehen lassen?
Etwas Entscheidendes ist anders. Als ein Kind Gottes kann ich
nicht so tun, als wäre ich es nicht. Für einen Christenmenschen gehört ein
Leben in den Maßstäben Gottes dazu. Es ist wie das Wasser im Pool, in dem ich
schwimme. Das was ich glaube, hoffe und erwarte, kann ich nicht von meinem
Lebensstil trennen. Das wirkt nicht nur unglaubwürdig, das ist es auch. Diese Einsicht ist heute schwer zu vermitteln.
Denn was ist denn der Wille Gottes? Sollte er was dagegen haben, jedes
Wochenende einen drauf zu machen, sich volllaufen zu lassen? So engherzig ist
er doch nicht, oder? Komm Diakon, so was kann man heute doch nicht mehr sagen.
Ich sage nur: Falsche Richtung. Es geht nicht darum, ob wir
dieses oder jenes „dürfen“. Es geht um das Ziel, so zu leben, das mein Leben
etwas von Gottes Liebe zu dieser Welt ausstrahlt. Es geht um ein Leben im
Licht, nicht im Verborgenen und in Dunkelheit, sondern so, das es mich dem Ziel
näher bringt. Um allen Missverständnissen aus dem Weg zu gehen, wir sammeln uns
keine Himmelspunkte, sondern weil wir geliebte Menschen sind, fragen wir nach
dem, was gut ist und was Gott will.
So sei nicht verbohrt, sondern begreife, was der Herr von
dir will. Christen leben nicht in Schablonen. Dein Lebensweg richtet sich nicht
nach einem Verhaltenskodex und das war´s dann. Was willst du eigentlich mit
deinem Leben anfangen, wozu soll es dienen? Willst du wirklich ein Kind Gottes
sein, oder belässt du es bei deinen wöchentlichen „frommen Übungen“?
Seit nicht verbohrt, lasst uns die Halbheiten ablegen, dann
reicht uns das Doppelgebot der Liebe vollkommen aus. Gott von ganzem Herzen und
den Nächsten lieben, das reicht aus. So wie du möchtest, das andere mit dir
umgehen, so verhalte dich ihnen gegenüber. Andere Verhaltensregeln brauchen wir
nicht.
Gib deinem Leben eine Richtung und du wirst Veränderung
merken. Viel seltener wirst du das tun, was du nicht willst, sondern wirst tun,
was für dich, deine Mitmenschen und Gott gut ist.
Euer Henning
Bremen im November 2011
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