Mittwoch, 16. November 2011

15. Andacht aus dem Krankenhaus


Andacht zum Buß- und Bettag

Buß- und Bettag ist heute. Deshalb gibt es heute mal ein paar Betrachtungen dazu. Seit 1995 ist dieser Tag kein gesetzlicher Feiertag mehr. Was ein Wunder, hieß der Tag doch im Volksmund Bus- und Bett Tag. Irgendwie war die Bedeutung dieses Tages verloren gegangen. Seit dem es ist diesem Tag auch nicht besser gegangen. Statt des morgendlichen Gottesdienstes und der Andacht am Nachmittag gibt es nun einen Gottesdienst am frühen Abend.

Mich hat deshalb interessiert, was so in den heutigen Nachschlagewerken über diesen Tag geschrieben steht. So z.B. bei Wikipedia:
Der Buß- und Bettag in Deutschland ist ein Feiertag der evangelischen Kirche, der auf Notzeiten zurückgeht. Er wurde im Lauf der Geschichte für besondere Anliegen angesetzt, aber oft nicht am selben Datum. Im 20. Jahrhundert wurde er wie auch heute meist am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag, dem letzten Sonntag des evangelischen Kirchenjahres, begangen, also elf Tage vor dem ersten Adventssonntag bzw. am Mittwoch vor dem 20. November.
Das Wort „Buße“ lässt in manchen Regionen des deutschen Sprachraums unrichtige Assoziationen aufkommen. Es geht bei diesem Tag nicht um Büßen für begangene Vergehen im Sinne von „bestraft werden“, sondern um eine Buße im Sinne der Reue für begangene Sünden, und eine Umkehr und Gesinnungsänderung zu Gott hin.

Wir könnten diesen Tag so dringend gebrauchen, denn es gibt keine Zeit mehr, das eigene Handeln zu reflektieren. Die Politik scheint so gehetzt zu sein, dass es eine Rückbesinnung nicht mehr gibt. Im Arbeitsleben herrscht oft eine „Verdichtung der Zeit“. Das heißt immer mehr von immer weniger Leuten in kürzerer Zeit. Wer soll da noch darüber nachdenken, was falsch gelaufen ist? Und auch in unserem so genannten Privatleben ist es so. Das Gefühl der knappen Zeit lässt uns das „Hamsterrad“ erleben. Wir haben kaum noch Zeit füreinander.

Um so wichtiger ist dieser Tag. Buße tun hat für uns evangelische nichts mit bestraft werden zu tun, sondern es geht um eine innere Umkehr mit der Bitte um Vergebung. Das Opfer hat Jesus als ein Selbstopfer schon geleistet. Innere Umkehr braucht die Rückbesinnung, die Reflektion. Sie braucht das Gebet, um sich Gott zu nähern. Unsere Sünden zu uns nehmen, nicht mehr auf andere zu zeigen, ist die Haltung, die zählt. „Ich war´s“, war das Motto der Aktion 7 Wochen ohne. Ich war´s heißt, ich habe gegen Gebote gehandelt, ich habe mich über andere gestellt, ich habe andere bewusst verletzt. Es rückt die Maßstäbe wieder zurecht. Ich war´s führt mich in die Gemeinschaft zurück die ich belogen, betrogen oder sonst was hab.

Wie geht das mit der Buße? Wie macht man das? Denk nach. Was habe ich getan oder nicht getan? War das richtig? Diese Frage ist wichtig, denn nicht jedes Schuldgefühl ist auch eine Sünde, die zu bekennen wär. Sprich vor Gott aus, was du getan hast, benenne es, nimm es zu dir. Ließ ein Wort der Bibel, welches dir die Vergebung zusagt, z.B. Wenn wir aber unsere Verfehlungen eingestehen, können wir damit rechnen, dass Gott treu und gerecht ist: Er wird uns dann unsere Verfehlungen vergeben und uns von aller Schuld reinigen. 1. Johannes 1,9
Als letztes kannst du überlegen, was du tun kannst, damit das nicht wieder vor kommt. Oder musst du mit irgend jemand etwas klären, dich entschuldigen?

Wenn du das allein nicht kannst, oder sich die Gewissheit der Vergebung nicht einstellen will, dann suche dir einen anderen Christen und beichte in seiner Gegenwart, auch wenn dir das peinlich vorkommt. Wenn ein anderer mir die Vergebung zuspricht, kann ich es eher glauben.

Damit kannst du am Buß- und Bettag anfangen, auch wenn er kein gesetzlicher Feiertag mehr ist.

Euer Henning

Bremen im November 2011

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